Schulbücher als Spiegel von Geschichtskultur - Keltendarstellungen im deutsch-französischen Vergleich

Vor der Folie der jeweiligen Gegenwart wurde und wird Vergangenheit immer wieder anders, mit neuen Schwerpunkten und Deutungen, erklärt. Dieser Prozess spiegelt letztlich soziale und politische Fragen, die die Gesellschaft jeweils beschäftigen. Die frühgeschichtlichen "Kelten" oder "Gallier", die vor der römischen Epoche in Europa lebten, und ihre Darstellung in Geschichtsschulbüchern bildet hierfür ein interessantes Beispiel. Eine vergleichende Analyse öffnet den Blick für unterschiedliche Identitätskonstruktionen in Frankreich und Deutschland, die teils historisch gewachsenen Mustern folgen, teils neue Impulse aufgreifen. Mit der jüngsten Öffnung der Schulbücher konkret auch für Repräsentationen von Geschichte, die direkt aus der Geschichts- oder Populärkultur stammen, erhält dieses Feld eine zusätzliche Erweiterung mit der Frage, welche Beispiele warum Eingang in die Lehrwerke finden.


Miriam Sénécheau ist derzeit Akademische Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Fachbereich Geschichte. Sie spricht über Ergebnisse aus ihrem archäologisch-historisch ausgerichteten Projekt in der DFG-Forschergruppe 875 "Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart".Erfahrungen als Autorin für einen Schulbuchverlag fließen mit ein.