Zukünfte. Eine Geschichte der Zukunftsforschung in den 1960er und 1970er Jahren

Elke Seefried, Zweite Stellvertretende Direktorin des Instituts für Zeitgeschichte, wird über Gesellschaftsentwürfe in der Zukunftsforschung sprechen. Ausgehend von ihrer Habilitationsschrift "Zukünfte. Aufstieg und Krise der Zukunftsforschung, 1945-1980", die jüngst mit dem Carl-Erdmann-Preis des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands ausgezeichnet wurde, zeigt Seefried, wie das Zukünftige in den 1950er und 1960er Jahren in den westlichen Industriestaaten zu einer wichtigen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Kategorie wurde und sich hieraus eine neue Meta-Disziplin - die Zukunftsforschung - entwickelte. War diese zunächst von einem fast hypertrophen Steuerungsdenken geprägt, welches in den 1970er Jahren kippte, so bedeutete dies nicht, dass die Zukunftsforschung damit quasi-objektive Prognosen erstellte. Ganz im Gegenteil - in den Voraussagen der Zukunftsforschung lassen sich geradezu kongenial charakteristische Weltbilder und Ordnungsvorstellungen der 1950er bis 1970er Jahre spiegeln, die von Technikutopien bis zu Friedensentwürfen des Kalten Krieges reichten. Am Beispiel der Bundesrepublik beleuchtet Seefried Konjunkturen von Zukunftsenwürfen und ordnet diese in die jeweiligen gesellschaftlichen und polititschen Kontexte ein.