Bridging Histories

Projektbeschreibung 

Zwischen 600 n. Chr. und 1300 n. Chr. wurden die Verhältnisse auf der Asien vorgelagerten Halbinsel, die später den Namen »Europa« annehmen sollte, neu gestaltet. In dieser Zeit steckten gleich drei Religionssysteme ihre Ansprüche ab, indem sie versuchten, durch Geländegewinne ihre jeweilige Einflusssphäre zu sichern. Das orthodoxe Christentum zog vom Süden nach Norden, von Konstantinopel nach Moskau; das lateinische Christentum kämpfte sich vom Westen nach Osten vor, vom römischen Limes bis ins Baltikum; und der Islam machte Terraingewinne von Osten nach Westen, vom Kaukasus bis nach Zentraleuropa und von der Ostseite des Mittelmeers bis zu seinen nördlichen Küstengegenden. Die Regionen, in denen die Anhänger der Religionssysteme sich begegneten, wurden Zeugen einer großen Bandbreite von Interaktionen, von bewaffneten Konflikten bis zu Perioden des friedlichen Zusammenlebens, von scharfer Konkurrenz bis zur gegenseitigen kulturellen Befruchtung. 

Die Ereignisse von damals nehmen nach wie vor in der kollektiven Erinnerung der Völker in Ost und West einen besonderen Platz ein. Die Namen und Daten von fremden Menschen und fernen Orten nähren noch die Wahrnehmung und Auffassung von weiten Teilen der Gesellschaften der OSZE-Staaten in Bezug auf „den anderen“. 

Das Projekt Bridging Histories, das fünf weit voneinander entfernte Institute der OSZE-Region miteinander verbindet, zielt auf die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien für die Schulbildung und die außerschulische Bildung, die die Geschichte der Beziehungen zwischen Christentum und Islam in Europa und den USA aus verschiedenen Perspektiven beleuchten sollen. Das Projektteam untersucht, wie diese Beziehungen heute dargestellt werden, verknüpft die Geschichtsschreibung mit der kollektiven Erinnerung der relevanten Bevölkerungen, und erarbeitet didaktische Materialien, die durch die Einbeziehung aller unterschiedlichen Aspekte Brücken zwischen den einzelnen (regionalen) Narrativen schlagen. 

Bridging Histories will die Debatte über die Pluralität historischer Erfahrungen voranbringen, und im Bereich der Bildung das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Geschichten aus Ost und West in Beziehung zueinander gesetzt werden müssen, um eine sinnvolle Gesamtheit zu bilden. Lehrern, sowie politischen Akteuren und Multiplikatoren des Bildungswesens, bietet das Projekt Einblicke und Hintergrundwissen. Die entwickelten Unterrichtsmaterialien sind als Beitrag zu den gegenwärtigen Bemühungen gedacht, die Intoleranz und die Diskriminierung zu bekämpfen, die europäische Gesellschaften gegenüber dem Islam und Muslimen zeigen. 

Projektpartner

  • Shabbir Mansuri, Munir A. Shaikh - Institute on Religion and Civic Values, San Francisco/USA
  • Anas Al Shaikh Ali, Nabil Matar - Association of Muslim Social Scientists in Britain, London/Großbritannien
  • Marat Gibatdinow - Shihabuddin-Mardani-Institut für Geschichte, Akademie der Wissenschaften der Republik Tatarstan, Kazan/Russland
  • Beatriz Malik Lievano, Fakultät für Erziehung, UNED Madrid/Spanien
 
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Letzte Änderung: 22.12.2011