Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch
Geschichte
Bereits im Herbst 2006 regte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch an. Im Januar 2008 griffen die Außenminister Polens und Deutschlands die Idee auf und beauftragten die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, ein Konzept hierfür zu entwickeln.
Im Mai 2008 hat das Projekt offiziell begonnen. Es konstituierte sich eine deutsch-polnische Projektgruppe, bestehend aus wissenschaftlichen und politischen Akteuren beider Länder.
Ziele
Ziel des Projektes ist eine Schulbuchreihe, die im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in identischer Form, lediglich in unterschiedlichen Sprachfassungen, eingesetzt werden soll. Bedeutsam ist, dass es sich nicht um ein Zusatzmaterial, sondern um ein staatlich zugelassenes Schulbuch für das Fach Geschichte handeln wird, das den Lehrplänen beider Länder entspricht.
Bedeutung
Das Projekt ist von hoher bildungs- und wissenschaftspolitischer Bedeutung für die deutsch-polnischen Beziehungen. Beide Seiten zeigen damit ihren Willen, die geschichtlichen Erfahrungen des Nachbarlandes in der schulischen Vermittlung von Geschichte mit einfließen lassen und den Wissenschaftsdialog über historische Themen vertiefen zu wollen.
Konzept
Am 1. Dezember 2010 hat die Projektgruppe in Warschau Empfehlungen für die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbuchs an hochrangige Vertreter der Politik aus Polen und Deutschland übergeben.
Der Expertenrat des Projektes macht darin konzeptionelle Vorschläge für die Gestaltung der Schulbuchbände. Diese Vorschläge umfassen ein didaktisches Rahmenkonzept sowie fünf Epochenteile von der Antike bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts und nähern sich zentralen Fragen der europäischen und der globalen Geschichte aus deutsch-polnischer Perspektive.
„Schulbuch Geschichte. Ein deutsch-polnisches Projekt – Empfehlungen“: Deutsche Fassung
„Podręcznik do historii: Projekt polsko-niemiecki – Zalecenia“: Wersja polska
Planungen
Für die nun bevorstehende Arbeit eines deutsch-polnischen Verlagstandems liefern diese Empfehlungen wichtige Grundlagen. Die Projektgruppe ruft deutsche und polnische Schulbuchverlage auf, sich um die Realisierung dieses einzigartigen Projektes zu bewerben und ist zuversichtlich, dass sich ein exzellentes deutsch-polnisches Verlagstandem bilden wird.
Ziele
Für die Arbeit eines deutsch-polnischen Verlagstandems liefern die Empfehlungen des Expertenrates wichtige Grundlagen. Im Frühjahr 2012 hat das Projekt „Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch“ seine nächste Projektphase begonnen. Nachdem auf deutscher wie polnischer Seite Verlage als Partner gewonnen werden konnten, wurde mit der Arbeit an den einzelnen Bänden begonnen. Auf der polnischen Seite ist der Verlag Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne WSiP, auf der deutschen Seite die Universum Kommunikation + Medien AG der Verlagspartner des Projektes. Der erste Band der Schulbuchreihe soll Anfang 2015 erscheinen.
Organisation
Neben einem deutsch-polnischen Steuerungsrat wurde ein binationaler Expertenrat eingerichtet, der den Arbeits- und Publikationsprozess redaktionell betreut. Dessen Vorsitzende sind die Vorsitzenden der Schulbuchkommission Prof. Michael G. Müller (Halle) und Prof. Robert Traba (Berlin/Warschau). Die wissenschaftliche Koordination des Projekts wurde auf der deutschen Seite Prof. Simone Lässig, der Direktorin des Georg-Eckert-Instituts übertragen; auf der polnischen Seite fungiert Prof. Igor Kąkolewski (Museum der Polnischen Geschichte) als wissenschaftlicher Koordinator. Auf der deutschen Seite vertritt die Kultusministerin des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch die Interessen der Kultusministerkonferenz in diesem Projekt, auf der polnischen Seite fungiert der Staatssekretär im Bildungsministerium Mirosław Sielatycki als nationaler Projektbeauftragter.
Alle Gremien sind paritätisch besetzt. Das Projekt wird gleichermaßen von den Regierungen beider Länder finanziert.
Die Rolle des Georg-Eckert-Instituts und der gemeinsamen Schulbuchkommission
Das Projekt eines gemeinsamen Geschichtsbuches profitiert in hohem Maße von der Erfahrung der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Die Entscheidung für die Konzeption des Schulbuches basiert über weite Strecken auf einer von der Kommission veranlassten und am Georg-Eckert-Institut durchgeführten Machbarkeitsstudie, in der die Lehrpläne Polens sowie aller 16 deutschen Bundesländer für beide Sekundarstufen analysiert wurden. Im Expertenrat des Projektes spielen Vertreter der Schulbuchkommission eine prägende Rolle.
Kontakt:
Thomas Strobel
Aussenstelle #2 Raum 1.01
Tel.: +49 (0)531 123103-272
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