Exacerbating Conflicts – Promoting Peace? – The Role of Social Science and Language Textbooks in South Asia

Schulbücher können auf verschiedene Weise mit Konflikten zwischen und innerhalb von Staaten verbunden sein: Es spielt eine Rolle, wie sie „Gesellschaft“ zeichnen, Identitäten konstruieren, Konfliktlinien ziehen, Konflikte begründen, (territoriale) Ansprüche untermauern, welche Lösungsstrategien sie anbieten usw. Sie mögen so dazu beitragen, einzelne Konflikte anzustacheln oder aber Konfliktwahrnehmung zu dämpfen und friedlichen Lösungswegen gegenüber gewaltsamen den Vorzug geben. 

Das Projekt analysiert für Länder Südasiens, für Indien, Pakistan und Bangladesh, den Konfliktbezug der Schulbücher. Auch der Einbezug Sri Lankas wird angestrebt. Im Gegensatz zu bisherigen Studien geht es hierbei nicht nur um einzelne, oft gewaltsam ausgetragene zwischenstaatliche oder interne Konflikte, sondern um eine Vielzahl von Konfliktlinien. Diese werden auch nicht nur in Bezug auf ein einzelnes Land oder bilaterale Beziehungen untersucht, vielmehr in ihrem südasiatischen Kontext, da oft auch interne Konflikte nicht direkt involvierte Nachbarn berühren. 

Einbezogen werden in die Studie bislang in staatlicher Regie produzierte Bücher aus Pakistan und Bangladesh. Aus Indien werden Bücher des NCERT und Bücher verschiedener Bundesstaaten wie Delhi, West Bengal, Tamil Nadu und Kerala analysiert. So können regionale wie ideologische Unterschiede der offiziellen Perspektiven, aber auch ggf. Rivalitäten zwischen Zentrum und Bundesstaaten sichtbar gemacht werden.

 Auf Seiten des Georg-Eckert-Instituts knüpft das Projekt an ein Forschungsvorhaben zu Schulbuchkonflikten in Südasien, v.a. Indien und Pakistan, an. Während es hierbei aber um Konflikte ging, die um Schulbuchdarstellungen aufgebrochen waren, bezieht sich das laufende Vorhaben auf die Behandlung von Konflikten in den Schulbüchern. Beides steht in einem engen inhaltlichen Zusammenhang, da Schulbuchkonflikte in der Regel auf gesellschaftlichen Konflikten basieren, die in den Schulbüchern ihren Niederschlag finden oder ausgeklammert werden, so dass die Bücher im Kontext dieser Konflikte zum Argument und Streitanlass werden.

Das Projekt wird als Kooperationsprojekt durchgeführt. Erste Ergebnisse wurden auf der 54. Jahreskonferenz der Comparative and International Education Society , 28. Februar - 5. März 2010, in Chicago in einem eigenen Panel zur Diskussion gestellt, weitere auf der CIES-Konferenz, 1.-5. Mai 2011, in Montreal.

Projektpartner/Beteiligte

Georg-Eckert-Institut (Georg Stöber, Basabi Khan Banerjee)
Faculty of Education, McGill University, Montréal (Ratna Gosh)
Dept. of Education, Concordia University, Montréal (Muhammad Ayaz Naseem, Sujata Sur Roy)
sowie Dept. of History, Appalachian State University,
Boone, NC (Deepa Nair)

Finanzierung

TransCoop-Programm der Alexander von Humboldt Stiftung,
Social Sciences and Humanities Research Grant, Canada

Laufzeit

1.7.2009 – 30.6.2012

Kontakt

Georg Stöber
Haupthaus E 2.13
Tel.: +49 (0)531 59099-55

[Wissenschaft - Leiter AB Konflikt]
Email: senden

 
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Letzte Änderung: 05.01.2012