2. Konfliktbearbeitung und Konfliktprävention durch "Schulbucharbeit"

Der Schwerpunkt nimmt "Schulbucharbeit" als Mittel zur Konfliktbearbeitung und  -prävention in den Blick und untersucht die verschiedenen Methoden und Instrumente, die in diesem Zusammenhang international eingesetzt werden. Diese reichen von der Etablierung bilateraler Schulbuchkommissionen über Eingriffe Dritter (z.B. internationaler Organisationen) in die Schulbuchproduktion bis hin zur Mediation zwischen Konfliktparteien. Hierbei interessiert nicht nur die Frage, ob die formulierten Ziele erreicht werden oder erreichbar sind. Bedeutsam ist auch, in welchen Zusammenhängen die angewandten Methoden welche Wirkung entfalten, unbeabsichtigte Folgen eingeschlossen. So wird deutlich, in welchem Konfliktrahmen sich welche Formen von "Schulbucharbeit" als Instrumente eignen und in welchem nicht. Eine solche aus der Praxis erwachsende methodenkritische Forschung wirkt auf die Praxis zurück, da dadurch zukünftig ein noch gezielteres Vorgehen ermöglicht wird.

"Schulbucharbeit" ist selbst konfliktträchtig: Bei den Diskussionen innerhalb von Schulbuchkommissionen wie auch bei der Kommunikation der Ergebnisse in die Gesellschaft können Konflikte entstehen, da Schulbuchrevision gewohnte Denkmuster und Ansprüche in Frage stellt.

Laufende Arbeiten befassen sich mit der Tätigkeit der Gemeinsamen deutsch-polnischen Schulbuchkommission sowie mit der internationalen Schulbuchrevision im Fach Geschichte im 20. Jahrhundert. Aufbauend auf ein Projekt, das  im Rahmen des Stabilitätspakts für Südosteuropa die Schulbucharbeit analysierte, führt ein Folgeprojekt einen Teil dieser Arbeiten in Südosteuropa fort und verbreitert sie. Neben weiteren Fallstudien, die dem Einsatz der einzelnen Methoden im Kontext ihrer Konfliktkonstellationen gewidmet sein werden, sind  künftig auch vergleichende Untersuchungen geplant.

 
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Letzte Änderung: 21.02.2011