5. Schulbuchkonflikte
Offene, meist medial ausgetragene Konflikte um Schulbücher sind ein weltweites Phänomen. Sie lassen sich in der jüngeren Vergangenheit in so verschiedenen Gesellschaften und unterschiedlichen Regionen finden wie - unter anderem - in Süd- und Ostasien, in den USA, in Israel und der Schweiz. In diesen Konflikten zwischen verschiedenen Staaten oder auch zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb einer Gesellschaft geht es zumeist um die "richtige" Interpretation historischer Ereignisse und die Deutungsmacht über das (nationale) Selbstverständnis. Aber auch die "Angemessenheit" der Darstellungsweise von Sachverhalten, die als problematisch eingestuft werden, kann ein Streitthema sein.
Wird das Schulbuch als Konfliktgegenstand wahrgenommen, muss man die von den Kontrahenten vertretenen inhaltlichen Positionen, um die der Konflikt entbrannte, erfassen. Zudem stellen sich Fragen nach den Akteuren, den Konfliktabläufen, der Einbettung der Schulbuchkonflikte in weitere gesellschaftliche und politische Konstellationen. Arbeiten befassten sich bisher mit Ostasien, Südasien und Moldawien. Diese und weitere Einzelfall- und Regionalstudien werden die Grundlage bilden für komparative Analysen, die spezifische Aspekte solcher Konflikte, so die Rolle der Medien und der internationalen Vernetzung von Akteuren und Diskursen, zu erfassen suchen.



