Wissen im Umbruch

Die Abteilung erforscht in Bildungsmedien dargelegtes Wissen als Indikator und Faktor gesellschaftlichen Wandels. Schulbücher und andere Bildungsmedien sind ein zentrales Instrument, mit dessen Hilfe Gesellschaften als relevant erachtetes Wissen an die nächste Generation zu vermitteln versuchen.

Was gilt eigentlich als relevantes schulisches Wissen in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Wandel in unterschiedlichen Weltregionen? Was steht im Schulbuch über gesellschaftliche Pluralisierung, politische Umbrüche, Religion oder Klimawandel? Die Abteilung analysiert das in Bildungsmedien repräsentierte Wissen sowie die Auslassungen über Kontinuitäten und Brüche gesellschaftlicher Ordnungen im historischen und internationalen Vergleich.

In welchen Prozessen wird dieses Wissen von wem ausgehandelt, bestimmt und ggf. kontrovers umkämpft? Die Abteilung untersucht die Produktion und Aneignung von in Bildungsmedien dargelegtem Wissen im staatlichen, bildungspolitischen und ökonomischen Kontext. Dabei legt sie den Fokus darauf, wie sich gesellschaftliche Aushandlungen in Prozessen der Produktion und Aneignung von Schulbuchwissen zwischen CurriculumdesignerInnen, Verlagen, AutorInnen, gesellschaftlichen Interessengruppen sowie Lehrenden und Lernenden niederschlagen. Die Abteilung fragt danach, wie sich Wissensordnungen wandeln, um veränderten Anforderungen und Erwartungen zu begegnen. Damit greift sie wissenschaftliche Debatten aus verschiedenen Disziplinen auf und trägt zu ihnen bei.