Schulbücher in der MENA-Region

Das Projekt "Schulbücher in der MENA-Region" wurde 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen, den Fokus auf Schulbuchreformen im Nahen Osten und in Nordafrika am Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI) zu stärken. Das Projekt umfasst Forschungs- und Transferaktivitäten. Im Rahmen des Projekts betreibt das GEI in Braunschweig angewandte, multidisziplinäre Forschung zu Schulbüchern und anderen Bildungsmaterialien aus Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens und vernetzt sich mit Bildungsforscher*innen und -expert*innen aus der gesamten Region. Da Religion ein zentrales Thema für Bildungsreformen und politische Debatten in der Region und darüber hinaus ist, konzentrieren sich die Diskussionen der Forscher*innen des Netzwerks insbesondere auf Veränderungen in der Repräsentation und der Vermittlung des Islam in verschiedenen Fächern mit einem Schwerpunkt auf Schulbüchern für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Diversität und ökologische Herausforderungen waren ebenfalls Kernthemen im Rahmen des Projekts. In den letzten Jahren hat das Netzwerk Forscher*innen und Pädagog*innen aus Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Palästina, Jordanien, Libanon, Katar und Jemen zusammengebracht. Das Institut organisiert regelmäßig Treffen und akademische Veranstaltungen, die eine Plattform für Diskussionen und Zusammenarbeit bieten. Trotz der Schwierigkeiten, die die COVID-19-Pandemie in jüngster Zeit mit sich brachten, ist das Netzwerk weiter aktiv.

  • Veranstaltungen

    2021: “Towards a Joint Paper on Religion and Textbook Reforms in the MENA Region”

    Der Workshop versammelte Experten*innen aus Palästina, Jordanien, Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien, Syrien und der Türkei und bot den Teilnehmer*innen eine Plattform, um an einem Projekt mit dem Ziel einer gemeinsamen Publikation zum Thema Religion und Schulbuchreformen in der MENA-Region zu arbeiten. Er bot Raum für Diskussionen über den empirischen Inhalt einer geplanten Publikation (mit Schwerpunkt auf den länderspezifischen Fachkenntnissen der einzelnen Teilnehmer*innen), den theoretischen Rahmen, die Struktur und die Agenda für die künftige Zusammenarbeit. Organisiert wurde der Workshop, der am 15. Juli 2021 stattfand, vom Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeit internationaler Reisen durch die COVID-Pandemie, fand der Workshop online statt.

    2020: 33rd International Congress for School Effectiveness and Improvement (ICSEI 2020)

    Im Jahr 2020 hat das GEI im Rahmen des 33. ICSEI zwei Rundtischgespräche angeregt und organisiert. Das Thema des Jahreskongresses lautete "Education, Youth Empowerment, and Sustainable Development: Areas of Collaboration between the Global South and North to Improve Education Quality ". Der Kongress fand zum ersten Mal in Afrika statt und versammelte politische Entscheidungsträger*innen, Forscher*innen, führende Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Praktiker*innen, um – mit Ausrichtung auf die Verbesserung der Bildungsqualität für alle – gemeinsame Prioritäten für die Zusammenarbeit zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden zu entwickeln. Die Teilnehmer*innen an den vom GEI organisierten Rundtischgesprächen gaben Einblicke in jüngste und laufende Schulbuchreformen in mehreren MENA-Ländern und in Deutschland. Dabei wurden Daten aus Schulbüchern, Lehrplänen und Lehrhandbüchern sowie politische Dokumente und Mediendiskussionen über Schulbuchrevisionen berücksichtigt. Die Diskussionen konzentrierten sich auf Veränderungen in der Repräsentation und Vermittlung des Islam in verschiedenen Fächern, wobei der Schwerpunkt auf Schulbüchern für den Religionsunterricht in Schulen lag. Der Kongress fand vom 6. bis 10. Januar 2020 in Marrakesch statt und wurde vom Moroccan Center for Civic Education (MCCE) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung, Ausbildung und wissenschaftliche Forschung und dem Regionalrat der Region Marrakesch-Safi ausgerichtet.

    2019: Workshop “Religion and Textbooks Reforms in the Arab Countries: The Challenges of Textbook Research”

    Der Workshop bot den Raum, um die (sich verändernde) Rolle von Lehrplänen, Schulbüchern und anderen Bildungsmedien im Nahen Osten und Nordafrika zu diskutieren. Ziel war es, zu analysieren, zu vergleichen und zu diskutieren, wie Schulbücher aus verschiedenen Ländern der Region religiöse und gesellschaftliche Vielfalt darstellen. Dank der Einblicke und Beiträge der am GEI versammelten Expert*innen aus Bildungseinrichtungen in der MENA-Region konnten die Fälle Palästina, Algerien, Tunesien, Marokko, Katar, Ägypten und Jordanien betrachtet werden. Der Workshop bot eine Plattform, um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Forschung und Bildung zwischen Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten zu eruieren. Er fand vom 29. September bis 2. Oktober 2019 am Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig statt und wurde vom GEI organisiert.

    2017: Religion und Schulbuchrevisionen in arabischen Ländern

    An den Workshop zu Diversität und Umweltproblemen von 2016 anknüpfend, fand am 01./02. Oktober 2017 in Casablanca eine Tagung mit dem Ziel statt, jüngste und noch andauernde Schulbuchrevisionen in verschiedenen arabischen Ländern zu diskutieren. Im Fokus standen dabei besonders Veränderungen in der Repräsentation sowie der Unterrichtung des Islam in verschiedenen Fächern, vor allem aber in Schulbüchern für religiöse Erziehung.

    In manchen arabischen Ländern werden Schulbücher kontinuierlich überarbeitet, während in anderen Ländern in Anbetracht von islamischen Extremismus Schulbücher und Curricula überarbeitet werden, um der Radikalisierung von Jugendlichen entgegenzuwirken. Hierdurch entsteht eine Reihe von Fragen: Welche Inhalte werden verändert, um Extremismus zu bekämpfen? Welche Bildungsinhalte werden nun als problematisch eingestuft? Wie werden diese Schulbuchrevisionen in der Politik, in den Medien, in der Gesellschaft und unter Pädagog*innen diskutiert? Wie könnte die Effektivität solcher Reformen gemessen werden? Wie werden Revisionen in anderen arabischen Ländern wahrgenommen? Werden sie als notwendig und angemessene Mittel zur Bekämpfung von Radikalisierung eingeschätzt?

    01. und 02. Oktober 2017
    Idou Anfa Hotel in Casablanca, Marokko
    Konferenzsprachen waren Englisch und Arabisch

    2016: Repräsentationen von religiöser Diversität und Umweltproblemen

    Eine internationale Tagung zu Schulbüchern im arabischen Raum am 20./21.November 2016 in Kairo diskutierte die Repräsentation von religiöser Diversität und Umweltproblemen in Schulbüchern für den Politik- und Sozialkundeunterricht, die Konzepte von Staatsbürgerschaft, sozialem Zusammenhalt und gesellschaftliche Vielfalt in besonderer Weise spiegeln. Die Konferenz hatte das Ziel, den Dialog zu Bildungsreformen und Schulbuchrevisionen in der Region zu fördern, an frühere Vorhaben des GEI anzuknüpfen und Raum zur Entwicklung von Ideen für zukünftige Forschungskooperationen zu geben.

    Ausgangspunkt für die Diskussionen auf der Konferenz waren Analysen zu Schulbüchern und Curricula in den beteiligten Ländern über Themen, die für den kulturell-politischen Austausch innerhalb der Region sowie zwischen der Region und Europa von Bedeutung sind. Die Gespräche mit Forschenden aus dem arabischen Raum gaben aber auch Anregungen für die Beschäftigung mit Diversität und Umweltfragen in deutschsprachigen Schulbüchern.

    20. und 21. November 2016
    German Science Center Kairo, El Saleh Ayoub Straße 11, Zamalek, Ägypten
    Konferenzsprachen waren Englisch und Arabisch

    Das Programm der Konferenz können Sie hier einsehen.


  • Publikationen

    Laufende Publikationsprojekte

    Derzeit arbeiten die Expert*innen des MENA-Netzwerks an der Veröffentlichung eines Peer-Review-Artikels in englischer Sprache und eines Sammelbandes in arabischer Sprache zum Thema Religionsunterricht in Nordafrika und dem Nahen Osten.

    • Nijmi Edres (im Erscheinen): "Religion, ideology and nation-building in Jordanian curricula for the teaching of Arabic language", Languages Cultures Mediation Journal.

  • 2021: Workshop “Towards a Joint Paper on Religion and Textbook Reforms in the MENA Region”


  • 2020: 33rd International Congress for School Effectiveness and Improvement (ICSEI 2020)


  • 2020: 33rd International Congress for School Effectiveness and Improvement (ICSEI 2020)


  • 2019: Workshop “Religion and Textbooks Reforms in the Arab Countries: The Challenges of Textbook Research”


  • 2017: Religion und Schulbuchrevisionen in arabischen Ländern


  • 2017: Religion und Schulbuchrevisionen in arabischen Ländern


  • 2016: Repräsentationen von religiöser Diversität und Umweltproblemen


  • 2016: Repräsentationen von religiöser Diversität und Umweltproblemen


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