Transnationale Geschichte unterrichten: Deutschland – Polen – Ukraine
Transnationale historische Verständigungsprozesse bilden eine essenzielle Voraussetzung für den europäischen Zusammenhalt. Nicht erst durch, aber spätestens seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine 2022 ist die Dringlichkeit solcher Verständigung, aber auch das Maß an Versäumnissen unübersehbar geworden. Bildungsmedien stellen einen zentralen Baustein für die Ausbildung transnationalen historischen Bewusstseins dar. Im Rahmen des Projekts »Transnationale Geschichte unterrichten« sollen mit Gewicht auf offene und freundschaftliche Beziehungen zwischen historisch eng verflochtenen Nachbarvölkern forschungsbasierte und didaktisch hochwertige Bildungsmedien für einen transnational gerahmten Geschichtsunterricht entwickelt werden.
Im von der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission koordinierten Projekt zur Entwicklung des deutsch-polnischen Geschichtsschulbuchs »Europa – Unsere Geschichte«/»Europa. Nasza historia« (seit 2007) konnten bereits wertvolle Erfahrungen in der Entwicklung von transnationalen Bildungsmedien gesammelt werden. Das nun begonnene Projekt soll diese Erfahrungen aufnehmen und im engen trilateralen Dialog zwischen ukrainischen, polnischen und deutschen Wissenschaftler*innen aus Soziologie, Geschichts- und Politikwissenschaft insbesondere für den polnisch-ukrainischen Dialog über historische Bildungsmedien fruchtbar machen. In Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften (ISP PAN) und dem Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut (GEI) sollen Empfehlungen für ein gemeinsames polnisch-ukrainisches Geschichtsschulbuch erstellt und exemplarische Unterrichtsmaterialen zur Verflechtungsgeschichte vorbereitet werden. Diese Ergebnisse sollen nach Abschluss des Projekts als Grundlage für die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsschulbuchs für Polen und Ukraine fungieren.