Neue Menschenbilder – neues Denken?

Quantentechnologie als Herausforderung für die Bildung

Das vorliegende Projekt untersucht, wie die Quantentechnologie als aufstrebende Schlüsseltechnologie sowohl in schulischen als auch in außerschulischen Bildungskontexten Deutschlands vermittelt und diskutiert wird. Quantentechnologie wird hierbei als wichtiger Bestandteil und Treiber für medialen sowie gesellschaftlichen Wandel verstanden, der die Bildungsprozesse und Zukunftsvorstellungen nachhaltig prägt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, in welcher Weise analoge und digitale Bildungsmedien Inhalte zur Quantentechnologie aufbereiten und welche Welt- und Menschenbilder dabei entstehen oder in Frage gestellt werden. Das Projekt analysiert, wie Jugendliche durch mediale Bildungsangebote angesprochen werden, welche Formen von Teilhabe oder Ausschluss erkennbar werden und welche Zukunftsvisionen im Kontext quantentechnologischer Entwicklungen kommuniziert werden.

Das Projekt rekonstruiert erstens bildungspolitische und öffentliche Diskurse, in denen die Quantentechnologie als Thema für Bildung und Medien sowohl eingeordnet als auch hinterfragt wird. Zweitens wird untersucht, wie Akteure in den Bildungsministerien die Quantentechnologie als mediale und didaktische Herausforderung und Potential verstehen.

Drittens untersucht das Projekt ausgewählte digitale und analoge Bildungsmedien als zentrale Orte, an denen Wissen über Quantentechnologie medial hervorgebracht, strukturiert und gedeutet wird, insbesondere im Hinblick auf narrative Rahmungen und Subjektivierung.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, ob Bildungsmedien über die reine Vermittlung quantenphysikalischer Inhalte hinaus auch Denkräume und Wahrnehmungsweisen ansprechen, die Relationalität, Vernetzung und Offenheit thematisieren.

  • Ziele

    Das Projekt verfolgt das Ziel, grundlegende Erkenntnisse zur bildungskulturellen Bedeutung der Quantentechnologie zu gewinnen mittels:

    • Diskursanalyse: Rekonstruktion der bildungsbezogenen Diskurse zur Quantentechnologie sowie der Akteure und strategischen Bildungsbezüge, die damit im deutschsprachigen Raum angesprochen werden.
    • Bedarfserhebung: Analyse der strukturellen, inhaltlichen und pädagogischen Herausforderungen, Bedarfe und transformativen Potenziale, die Bildungsministerien in der Beschäftigung mit Quantentechnologie antizipierend formulieren.
    • Bildungsmedienanalyse: Rekonstruktion neuer Welt- und Menschenbilder, die als Übersetzung des Technologie-Einflusses in die exemplarischen digitalen Formaten, Jugendsach- und Schulbüchern eingeschrieben werden, einschließlich Epistemologien gesellschaftlicher Transformation und Jugendlicher als „Change Actors“.

  • Vorgehensweise

    Das Projekt ist als qualitatives, empirisch angelegtes Grundlagenvorhaben konzipiert und verbindet folgende methodische Zugänge: Erstens systematische Auswertung öffentlicher Dokumente und Programme relevanter Akteure (z.B. Bildungsministerien, QuantumValley-Initiativen) zur Verortung der Quantentechnologie im schulischen Bildungsbereich. Zweitens Experteninterviews mit Bildungsverantwortlichen in Ministerien zur Eruierung struktureller, inhaltlicher und pädagogischer Herausforderungen und Potenziale. Drittens werden exemplarische digitale Formate, Jugendsachbüchern und Physikschulbücher anhand von drei medialen Dimensionen untersucht: inhaltliche, epistemische und sozio-ethische Dimension.


  • Ergebnisse

    Zrinka Stimac: In Search of Lost Relations: Educational Approaches in Light of Quantum Mechanical Equivalents. In: Journal on AI Policy and Complex Systems, Volume 9, Issue 1, Winter 2024. DOI: 10.18278/jpcs.9.1.3


Projektteam

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