Pressemitteilung

08.01.2013: „4.809 Treffer für ´Karl der Große`“

Die digitale Schulbuchbibliothek „GEI-Digital“ ermöglicht ab sofort eine Volltextsuche in rund 350.000 Schulbuchseiten. Sie setzt damit neue Standards in der Aufbereitung von historischen Quellen für die Forschung.

GEI-Digital – ein Projekt des Georg-Eckert-Instituts – digitalisiert Schulbücher von den Anfängen des staatlichen Schulwesens bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Insbesondere bei der Entstehung von Nationalstaaten spielen Schulbücher eine bedeutende Rolle und werden so zu einem bedeutenden Forschungsgegenstand. GEI-Digital ermöglicht und vereinfacht wissenschaftliche Studien zu gesellschaftlichen Werten, zur staatlichen Erinnerungspolitik und zur Identitätsbildung, wie sie über Schulbücher vermittelt wird. Es werden Lehrwerke vom 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in den „sinnstiftenden“ Fächern Geschichte, Geographie und Staatsbürgerkunde erfasst.

Bereits in der ersten Projektphase der Digitalisierung fand die Arbeit in enger Kooperation mit dem Projektpartner intranda GmbH statt. Für die nun beginnende zweite Projektphase wurde diese Zusammenarbeit noch einmal deutlich erweitert und das neue Präsentationssystem auf der Basis des „intranda viewer“ realisiert. Dies erlaubt neben wesentlich erweiterten Recherchemöglichkeiten in der digitalen Schulbuchbibliothek ebenso einen kontinuierlichen Ausbau hin zur geplanten digitalen Forschungsumgebung. Wissenschaftler können bereits jetzt in den rund 350.000 Schulbuchseiten einzelne Begriffe aufspüren, die Fundstellen visuell hervorheben und exportieren. Das ist besonders hilfreich für diejenigen Forscher, die digital im Bereich der Geisteswissenschaften arbeiten. Herausragend ist das Zoomen von Ausschnitten auf einzelnen Seiten. Damit können auch detaillierte Karten in Schulbüchern höherer Auflösung online betrachtet werden.

Das Langzeitvorhaben „GEI-Digital“ leistet einen wichtigen Beitrag zum Forschungsfeld „Digital Humanities“, das eine Wissensgewinnung und -vermittlung unter den Bedingungen einer ausdifferenzierenden Arbeits- und Medienwelt mit neuen Forschungsansätzen weiter entwickelt.In den letzten drei Jahren wurden  - gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft - rund 2.000 historische Geschichtsbücher und wertvolle Atlanten aus der Epoche des Deutschen Kaiserreichs digitalisiert. Bis 2015 können Wissenschaftler in rund 5.000 Schulbüchern, insgesamt einer Millionen digitalisierten historischen Schulbuchseiten forschen. Durch andere Bibliotheken digitalisierte Lehrwerke lassen sich in „GEI-Digital“ integrieren, das so zum zentralen Fachportal für digitale historische Schulbücher wird.

„GEI-Digital“ ist ein Kooperationsprojekt. Beteiligt sind neben dem GEI die Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (BBF/DIPF) und das Gauß-IT-Zentrum der TU Braunschweig.

Das Unternehmen intranda GmbH mit Sitz in Göttingen ist spezialisiert auf die Entwicklung von wissenschaftlicher Software hauptsächlich für Digitalisierungsprojekte sowie psychologische Testverfahren. Mit seinen 13 Mitarbeitern leistet intranda unter anderem im Kontext der Digitalisierung für ca. 30 Bibliotheken in 5 europäischen Ländern einen verlässlichen Support mit garantierten Reaktionszeiten. Darüber hinaus führt intranda seit 2008 die überwiegende Mehrheit der Entwicklungen an der Open-Source-Workflowsoftware Goobi.Production durch und engagiert sich im gemeinnützigen Verein Goobi e.V. für die weitere Verbreitung von Goobi.

Link: http://gei-digital.gei.de

 

Kontakt:
Regina Peper
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung
Celler Straße 3
38114 Braunschweig
Tel.: 0531-59099-54 oder
Email: peper(at)gei.de

www.gei.de


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