I-010_Jacobmeyer
Mitteilung

Nachruf auf Prof. Dr. Wolfgang Jacobmeyer

Mit großem Bedauern haben wir vom Tod von Prof. Dr. Wolfgang Jacobmeyer erfahren. Wolfgang Jacobmeyer war dem Georg-Eckert-Institut über viele Jahre verbunden. Seine Arbeiten zur historischen Bildung und seine Perspektiven auf Geschichtsvermittlung standen in engem Austausch mit den Forschungsfeldern des Instituts. Von 1978 bis 1991 war Wolfgang Jacobmeyer stellvertretender Direktor am Georg-Eckert-Institut und leistete einen zentralen Beitrag zum Aufbau des 1975 gegründeten Instituts.

Sein wissenschaftliches Interesse galt insbesondere der Geschichtskultur, der Geschichtsdidaktik sowie der Analyse historischer Lern- und Vermittlungsprozesse. Sein Fokus auf internationale Schulbucharbeit trieb die Schulbuchforschung am Institut entscheidend voran. Er brachte seine fachlichen und pädagogischen Kompetenzen vor allem in die Arbeit der deutsch-polnischen Schulbuchkommission und die deutsch-amerikanischen Schulbuchgespräche ein. Seine dreibändige Publikation „Das deutsche Schulgeschichtsbuch 1700–1945“ gilt als Standardwerk, das aufzeigt, wie sich Geschichtsbücher von bloßen Sammlungen königlicher Namen hin zu gesellschaftlichen Identitätsentwürfen wandelten.

Wolfgang Jacobmeyer war darüber hinaus viele Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Georg-Eckert-Instituts und in der gemeinsamen deutsch-polnischen Schulbuchkommission. Seine Schwerpunkte erstrecken sich auch in dieser Funktion von den deutsch-polnischen Beziehungen über Verbesserung der Schulbücher und historischen Bildungsgeschichte bis hin zur Völkerverständigung und Demokratiebildung.

Seine Arbeit als herausragender Historiker und Geschichtsdidaktiker haben die historische Bildungsforschung über Jahrzehnte hinweg geprägt. Mit seinen Forschungen hat er wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit der Darstellung von Geschichte in Schule und Gesellschaft gesetzt.

Wir erinnern uns an Wolfgang Jacobmeyer als einen hochgeschätzten Wissenschaftler, der die Bedeutung historischer Bildung für demokratische Gesellschaften stets betonte und die Entwicklung seines Fachs mit großem Engagement und Leidenschaft begleitet hat.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freund*innen sowie seinen Kolleg*innen und Weggefährt*innen.


sroll-to-top