Pressemitteilung

"Wie viel Staat braucht die Erinnerung?"

Verena Radkau

Das Verhältnis zwischen historischer Forschung und Politik steht im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion am 12. Dezember 2007, 19:30 bis 21:00 Uhr, im Forum des Braunschweigischen Landesmuseums.

Ob es um den Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg in japanischen Geschichtsschul­büchern, das Ringen um die jeweils "eigene" Geschichte in den multiethnischen neuen Staaten in Südosteuropa oder den angemessenen Umgang mit dem Holo­caust geht - geschichts- und erinnerungspolitische Kontroversen haben weltweit Konjunktur.

Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hat das Bundesjustizministerium interessante, aber in der Öffentlichkeit auch kontrovers diskutierte Initiativen ergriffen - zum Beispiel mit der Forderung, die Holocaustleugnung europaweit unter Strafe zu stellen. Auch eine Framework decision des Europarates zu Rassismus und Frem­denfeindlichkeit vom April, für die Justizministerin Brigitte Zypries mitverantwortlich zeichnet, hat bei Historikern für Aufmerksamkeit gesorgt: Vor allem im europäischen Ausland ist gelegentlich die Befürchtung laut geworden, politische Interessen könn­ten die Unabhängigkeit historischer Forschung gefährden.

Erinnerungskultur und Geschichtspolitik sind auch zentrale Forschungsthemen des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung. Wie aus dem Titel der Veranstaltung am 12. Dezember hervorgeht, möchten wir Vertreter aus Fachwissen­schaft und Politik ins Gespräch bringen. Nach einer Einführung durch die Direktorin des GEI, Prof. Dr. Simone Lässig, diskutieren auf dem Podium:

Prof. Dr. Luigi Cajani (Universität Rom), Thomas Dittmann (Bundesjustizministerium),
Dr. hab. Krzysztof Ruchniewicz  (Universität Breslau), Prof. Dr. Martin Sabrow (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam), Prof. Dr. Axel Schildt (Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg)

Moderation: Hans Stallmach (NDR Braunschweig)

Wir möchten zu einem über tagespolitische Debatten hinausgehenden, vertiefenden Gedankenaustausch aus europäischer Perspektive beitragen. Sie sind herzlich ein­geladen, an diesem Austausch teilzunehmen. Journalisten haben darüber hinaus die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Podiumsgästen.

Unser besonderer Dank gilt unserem Kooperationspartner, dem Braunschweigischen Landesmuseum.

V.i.S.d.P. 

Verena Radkau, radkau(at)gei.de, Tel. 0531 590 99 54

27. November 2007


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